Schloss Bruchsal - Hauptbau / Corps de Logis - Beletage - Kuppelsaal - Von Nordosten - Blick vom nordöstlichen Fenster des Marmorsaals in den Kuppelsaal und auf die Haupttreppe (aufgenommen im Juli 2021, am Nachmittag)
Schloss Bruchsal - Hauptbau - Von Außen / Von Osten / Hofseite - Blick vom Ehrenhof auf die Ostfassade (aufgenommen im Juni 2018, am späten Vormittag)
Schloss Bruchsal - Hauptbau - Beletage - Kuppelsaal - Kuppelfresko - Ausschnitt aus der westlichen "himmlischen" Zone (urspünglich gemalt von Johann Zick und Sohn Januarius, restauriert von Karl Manninger) (aufgenommen im Juni 2018, am späten Nachmittag)

Hinweis: 27. Mai 2022 – 300 Jahre Grundsteinlegung Schloss Bruchsal

Zusammenfassung: Bau und Nutzung

Schloss Bruchsal ist eine barocke Schlossanlage, im Norden der Stadt Bruchsal gelegen, ehemals bestehend aus mehr als 50 Einzelgebäuden, verteilt auf einer Länge von ca. 1 km und einer Breite von ca. 350 Meter. Sie diente ab 1722 etwa 90 Jahre als Residenz der Fürstbischöfe von Speyer.

Zum Schloss Bruchsal gehören weitere mit dem Schloss assoziierte Bauten und Museen: das Städtische Museum Bruchsal (im Hauptbau von Schloss Bruchsal gelegen), das Belvedere in Bruchsal (ein ehemaliges Schießhaus, oberhalb von Schloss Bruchsal gelegen), die barocke Pfarrkirche St. Peter in Bruchsal (die Grablege der letzten Speyerer Fürstbischöfe, südöstlich des Stadtkerns von Bruchsal gelegen), die Eremitage in Waghäusel (ein ehemaliges barockes Jagd- und Lustschloss der Fürstbischöfe) sowie die Wallfahrtskirche und das Kloster in Waghäusel (nahe der Eremitage gelegen, von den Fürstbischöfen unterstützt).

Erbaut wurde die eigentliche Schlossanlage unter Fürstbischof Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim (1676-1743), ausgebaut unter seinem Nachfolger Fürstbischof Franz Christoph von Hutten zum Stolzenberg (1706-1770). Die Grundsteinlegung zum Schloss erfolgte am 27. Mai 1722. Es dauerte mehrere Jahrzehnte, bis der Bau und die Ausstattung auch im Innern einigermaßen vollendet waren.

Im Zuge der Säkulariation fielen 1803 das rechtsrheinische Hochstift Speyer sowie das Schloss Bruchsal an Baden. Markgräfin Amalie von Baden (1754-1832) nutzte das Schloss bis 1832 als Witwensitz. Danach nutzten vor allem Behörden und das Militär die Schlossanlage.

Zwischen 1900 und 1909 erfolgte die erste umfassende Renovierung von Schloss Bruchsal unter der Leitung von Fritz Hirsch.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, am 1. März 1945, wurde das Schloss im Zuge der Luftangriffe auf die Stadt schwer getroffen und brannte aus.

Ab 1947 wurden über mehrere Jahrzehnte die barocke äußere Gestalt der Schlossanlage und die prunkvollen Festsäle rekonstruiert. 1975 konnte der Hauptbau feierlich wiedereröffnet werden, erst 1991 war jedoch die Bemalung der Intrada abgeschlossen. Zwischen 2008 und 2017 wurde die ursprüngliche Raumfolge der Appartments in der Beletage des Hauptbaus wieder hergestellt.

Seit vielen Jahre ist Schloss Bruchsal, besonders der Hauptbau und die Gartenanlage, für Besichtigungen geöffnet. Es beherbergt im Hauptgebäude heute das Deutsche Musikautomaten-Museum und das Städtische Museum Bruchsal. In Nebengebäuden sind Behörden wie das Amtsgericht oder das Finanzamt untergebracht.

Übersichtsplan: Schloss Bruchsal – 1913

Zum Schloss Bruchsal gehörten bzw. gehören folgende Gebäude (klicken bzw. tippen Sie auf das Vorschaubild links, um den Übersichtsplan groß zu sehen):

Schloss Bruchsal - Übersichtsplan zu Schloss Bruchsal - Hans Rott / Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bruchsal - 1913
  • 1 Corps de Logis oder Hauptschloßgebäude
  • 2 Kammerflügel
  • 3 Nördl. Verbindungsbau (Kommunikationen)
  • 4 Südl. Verbindungsbau (Kommunikationen)
  • 5 Kirchenflügel mit Regierungskanzlei
  • 6 Verbindungsgang
  • 7 Schloßkirchturm
  • 8 Hofzahlamt
  • 9 Schloßwachthaus
  • 10 Hofkontrollamt
  • 11 Nördliche Orangerie (Nebendienstdienerbau)
  • 12 Südliche Orangerie (Kavalierbau)
  • 13 Mundkochswohnung
  • 14 Weißzeugbeschließerei
  • 15 Nördlicher Marstall (Klepperstallungen)
  • 16 Südlicher Marstall (Klepperstallungen)
  • 17 Holzremise
  • 18 Hofmesnerswohnung
  • 19 Hofsattlerei
  • 20 Hofapotheke
  • 21 Reithalle
  • 21a Pferdeschwemme
  • 22 Bandhof und Küferknechtswohnung
  • 23 Rosentor
  • 24 Tabakfabrik
  • 25a Seminar, Landhospital
  • 25b Pagerie
  • 25c Bauschreiberei
  • 26 Großer Dienerbau
  • 27 Hirschtor
  • 28 Südlicher Remisenbau
  • 29 Forstamt
  • 30 Kanzlei
  • 31 Jagdamt
  • 32 Zeughaus
  • 33 Kommandantenwohnung
  • 34 Nördlicher Remisenbau
  • 35 Damianstor und Flügelbauten
  • 36 Wohnhaus des Hofgärtners
  • 37 Kammerdienerwohnung
  • 38 Wohnhaus des Hofjägers
  • 39 Wohnung des Hofkaplans
  • 39a Glashaus
  • 40-45 Speierer Dragonerkaserne
  • 46-47 Hundezwinger
  • 48 Wasserburg (Reserve)
  • 49 Ökonomiehaus
  • 50 Belvedere (Schießhaus)
  • 51 Herrschaftlicher Zimmerplatz