Kurze Beschreibung: Musikzimmer (in der Beletage des Hauptbaus von Schloss Bruchsal)

  • Allgemeines
    • Ursprünglicher Zweck: Zweites Vorzimmer für den sich anschließenden Thronsaal
    • Namensgebung bedingt durch stuckierte, musizierende Putten, zwitschernde Vögel, von Girlanden umwundene Musikinstrumente
    • Angeblich spielte in diesem Zimmer der siebenjährige Wolfgang Amadeus Mozart im Juli 1763 auf einem Spinett.
  • Ausstattung:
    • Supraporten: “Die Verhaftung des Mucius Scaevola” und “Mucius Scaevola vor Porsenna”, 1755/60, von Johann Zick. Siehe auch: Gaius Mucius Scaevola
    • Spiegel: von Ferdinand Hund
    • Konsole: ebenfalls von Ferdinand Hund, erstellt um 1755, gekauft 2009 aus Privatbesitz
  • Savonnerien:
    • Savonnerien sind Knüpfteppiche, ähnlich den Orientteppichen. Durch eine spezielle Herstellungstechnik erhalten sie einen samtartigen Glanz.
    • Die Bruchsaler Garnitur stammt aus einer kurkölnischen Savonneriemanufaktur bei Bonn, hergestellt um 1760.
    • Garnitur (ursprünglich bestehend aus neun Wandbehängen, einem Ofenschirm und etlichen Sitzmöbeln) bestellt 1758 von Clemens August I., Erzbischof und Kurfürst von Köln
    • Nach dessen Tod teilweise aufgekauft durch Christoph Franz von Hutten, Fürstbischof von Speyer
    • Garnitur entworfen von Johann Martin Metz (1717-1790), seit den 1740er-Jahren Hofmaler im Dienst von Clemens August I.
    • Höhe der Teppiche: ca 4 Meter
    • Szenen auf den Wandteppichen vertikal angeordnet, durch Rokoko-Rahmenwerk aus Kartuschen, Blumenornamenten und Vögeln verbunden
    • Hierarichische Anordnung: unterste Ebene für einfache Freuden (wie Affen als verspielte Musiker), mittlere Ebene: profane weltliche Szenen (wie ein Teetrinker), oberste Ebene: religiöse Handlungen (wie Darbringung eines Rauchopfers)
    • Darstellungen auf den Canapés (Sofas), Fauteuils (Sesseln) und Tabourets (Hockern): Darstellungen von Chinesen, umrahmt von Rocaillen, Blüten, Affen und Vögeln
    • Szenen mit chinesischen Figuren dienten der Vermittlung des fantastischen Fremden, nicht einer Darstellung historischer Realitäten
    • Siehe auch: Wikipedia: Savonneriemanufaktur, Evelyn Dreczko: Die kurkölnische und kurpfälzische Savonneriemanufaktur (1715 – 1798) – 1978

Quellen: Sandra Eberle, Petra Pechaček: Schloss Bruchsal, Schlösser Baden-Württemberg 01/2018

Galerie: Möbel des Musikzimmers (in der Beletage des Hauptbaus von Schloss Bruchsal)

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Galerie: Savonnerien des Musikzimmers (in der Beletage des Hauptbaus von Schloss Bruchsal)

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Galerie: Gemälde – Musikzimmer (in der Beletage des Hauptbaus von Schloss Bruchsal)

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Siehe auch